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Expeditionsreise Antarktis mit Hapag Lloyd Hanseatic Inspiration

geschrieben von: Ute Abrecht

Ich berichte von einem der entlegensten Orte der Welt. Der Heimat der Pinguine.

Die Antarktis.

Die Reise beginnt in Frankfurt, wo bereits eine Mitarbeiterin von Hapag Lloyd die Gruppe empfängt und auf dem Flug mit der Lufthansa nach Buenos Aires begleitet. Nach einer Übernachtung im Hotel Four Seasons und einer Stadtrundfahrt bringt uns eine Sondermaschine nach Ushuaia.

Dort beginnt die Reise mit der Hanseatic Inspiration um das ewige Eis zu entdecken. Die Stadt ist Ausgangspunkt aller Antarktisexpeditionen. Am Pier wartet schon das Schiff auf uns. Wir wurden auf unserer perfekt ausgestatteten Suite mit Champagner und Gebäck empfangen. Maximal 200 Passagiere werden von ca. 150 Besatzungsmitgliedern verwöhnt.

Um 20.00 Uhr hieß es „Leinen Los“. Wir verabschieden uns von der Stadt am Ende der Welt.

Durch den Beagel Kanal beginnt unsere Fahrt.  Er bildet die natürliche Grenze zwischen der Argentinischen Province Feuerland und Chile.

Bis zu unserem ersten Ziel, liegen 605 nautische Meilen (1120 km) Yankee Harbour eine der Süd Shetland Inseln.

Zwei Tage und zwei Nächte später kommen wir dort an.

Diese Zeit konnten wir nutzen, um das wunderschöne Schiff zu erkunden und interessante Vorträge der Lektoren an Bord zu hören. Zum Beispiel, vom ehemaligen Leiter der Georg von Neumayer Station in der Antarktis, Dr. Gert König-Langlo, der uns erzählt, wie sich eine Überwinterung in der Antarktis „anfühlt“.

Unsere erste Anlandung mit dem Zodiak auf den Shetland Inseln findet bei eisigem Schneeregen, der sogar den Pinguinen zu kalt zu sein scheint, statt. Die jungen Küken versuchen sich gegenseitig zu wärmen. Auch Seeelefanten mit einem Gewicht von ca. 4 Tonnen liegen am Ufer, um sich zu häuten. In dieser Zeit können sie keine Nahrung zu sich nehmen und müssen von Ihren eigenen Körperreserven zehren.

Am nächsten Tag kreuzen wir durch das Weddellmeer. Dort gibt es imposante Tafeleisberge und kleine Schollen, die oftmals als Pinguintaxis dienen.

Die Tafeleisberge haben eine glatte Oberfläche und die Seiten gehen senkrecht nach unten. Ca. ein Teil des Eisberges befindet sich über der Wasseroberfläche und sieben Teile unter Wasser.

Am nächsten Tag erreichen wir Paulet Island. Die Insel hat einen Durchmesser von ca. zwei Kilometern und wird von einem Vulkan überragt.

Paulet Island steuert man vor allem wegen der Adeliepinguine an, die hier in der größten Kolonie der Antarktis leben. Es handelt sich um ca. 150.000 Brutpaare. Die Jungen sind ungefähr vier Wochen alt. Die Pinguine kommen im November an Land, um Ihre Eier im antarktischen Sommer zu legen. Sie bauen sich Nester aus Steinen. Die Männchen beeindrucken die Weibchen, indem sie ihnen immer wieder neue Steinchen bringen.

Sobald die Küken 3 Wochen alt sind, werden Kindergärten gebildet, damit die Eltern sich wieder um Futter kümmern können. Wir konnten auch beobachten, wie ein Pinguin selbst zum Futter wird und von einem Seeleoparden gefressen wurde.

Desception Island ist eine kreisrunde Insel, der geflutete Krater eines eingebrochenen Vulkans. Der Krater hat einen Durchmesser von ca. 15 km. Über einen schmalen Kanal fahren wir in die geflutete Caldera ein. Wir sehen am Ufer die Anlagen einer verlassenen Walfabrik, die im Jahr 1906 errichtet wurde. Während des 2. Weltkrieges wurde die Anlage zerstört. Eine ebenfalls dort befindliche britische Forschungsstation wurde bei einem Vulkanausbruch 1969 zerstört.

Ein ganz besonderes Erlebnis war der Versuch unseres Kapitäns, das Schiff im Eis zu parken. Mit der höchsten Eisklasse für Passagierschiffe, kann die Hanseatic eine Festeisdecke von bis zu 90 cm durchbrechen. Nach drei Anläufen konnten wir im Eis parken. So konnten wir auf dem Eis durch den Tiefschnee stapfen. Zur Begrüßung gab es Champagner und Kaviar.

Auf unserer Fahrt werden wir regelmäßig von Pinguinen begleitet. Auch begegnen uns immer wieder Buckelwale. Einmal haben wir sogar Orkas gesichtet.

Wenn es das Wetter zuließ, wurden täglich zwei Zodiakanlandungen auf dem Antarktischen Festland oder auf Inseln durchgeführt.

Auf diese Anlandungen wurden wir am Vortag, durch den Expeditionsleiter mit interessanten Vorträgen und Einweisungen vorbereitet.

Nach insgesamt zehn erlebnis- und erfahrungsreichen Tagen in der Antarktis, bei überwiegend strahlend blauem Himmel und einer unglaublich schönen Kulisse, geht unsere Fahrt dem Ende zu. Wir fahren zurück durch die berühmte Drake Passage, vorbei am Kap Hoorn, das wir ebenfalls bei Sonnenschein an uns vorbeiziehen lassen, zurück zu unserem Ausgangspunkt Ushuaia.

Von dort geht die Reise zurück nach Frankfurt mit einem erneuten kurzen Zwischenstopp in Buenos Aires.